Unterscheidung: Therapie und Trance

Der Ansatz der Hypno-Therapie, die aus der klassischen Hypnose entstanden und weiter entwickelt worden ist, baut nicht auf Suggestion (Beeinflussung) auf. Im Vordergrund steht die gemeinschaftliche Suche mit den Klienten nach Lösungen unter Einbezug der unbewussten Kräfte. „Tatsächlich hat der Trance- Zustand, der mittels Hypnose angestrebt wird, nichts mit Schlaf zu tun (wenngleich der ein oder andere auch mal einschlafen kann). Vielmehr ist es der Zustand zwischen Wachsein und kurz vor dem Einschlafen. Die Gehirnfrequenz beruhigt sich. Es erfolgt eine Umteilung der Aufmerksamkeit auf innere Prozesse. Dieser abgesenkte Bewusstseinszustand wird vom Klienten als körperliche Entspannung bei mentaler Wachheit erlebt. Hirnpsychologisch erfolgt eine Aktivierung der rechten Frontalregion mit Anregung von Fantasie und bildhafter Vorstellung; Kräfte, die therapeutisch genutzt werden können.

Nach Erreichen des Trance-Zustandes, erkennbar an der veränderten Körperwahrnehmung (Atemrhythmus, Schweregefühl, Wärmegefühl) können - je nach Zielsetzung – angstauslösende Situationen in Trance imaginiert und Bewältigungsstrategien angeregt werden. In anderen Fällen kann nach der Trance-Einleitung und dem „Eintauchen in die Welt der Erinnerungen und Gefühle“ (Wittek, 2006) in der eigenen Biografie zurückgeblättert werden, in die Zeit und an den Ort, wo Symptome und Beschwerden angefangen haben. Damit werden emotionales Nacherleben und Veränderungen in der Informationsverarbeitung möglich.“ (Dr. med. Dipl. Psychologe, Psychiater B. Enders)

Anstelle des alten, negativen Verhaltensmusters kann ein neues, positives wirksam werden. Bei solchen Verfahren finden Veränderungen im Gehirn hin zum Gesunden statt. Es werden seelische Selbstheilungskräfte aktiviert. Mittels bildgebender Verfahren konnte neuro-wissenschaftlich bewiesen werden, dass "bildgebende Verfahren und hypnotische Trance-Induktion zu plastischen Veränderungen im menschlichen Gehirn führen können." Quelle: (z.B. Crawford et al.,1998; Faymonville et al., 2000; Grond et al.,1995; Kosslyn M, et al., 2000;Maquet et al., 1999; Rainville et al., 1997,1999,2002; Sezechtman et al., 1998).

Hypnotische Trance-Induktion stellt somit ein neurologisch erfassbares Korrelat der Hirnfunktion in einem veränderten Bewusstseinszustand dar. (Rainville et al.,2002)